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MVP bauen und testen – Fehler die du vermeiden solltest

Zu diesem Artikel hat mich einer der letzten Aufträge unserer Agentur inspiriert. Es ging um die Entwicklung einer Plattform für die Registrierung von Neukunden. Der Anfang war gar nicht so schlecht. Am Projekt waren vier Mitarbeiter des Kunden beteiligt und ich konnte mit allen ein Gespräch über die Anforderungen führen.

Nach wenigen Wochen habe ich einen ersten Entwurf vorgestellt. Schon nach wenigen Tagen habe ich ein erstes Paket mit Verbesserungsvorschlägen kommen. Teilweise waren es neue Funktionen oder Funktionen die vorher nicht gründlich durchdacht wurden, aber nirgends dokumentiert waren. Was solls, ich passte den Entwurf an. Erneut verschicke ich den Entwurf zur Prüfung an den Kunden. Diesmal ist die Zahl der Änderungen nicht mehr ganz so groß. Ich nehme sie zur Kenntnis und gehe zur Entwicklung über. Nach drei Wochen Entwicklungszeit mit dem PHP Framework Laravel war das Projekt bereit zum Testen. Nach den Tests war es zur Abnahme fertig. Fehlt nur noch das Projekt dem Kunden vorzustellen. Gesagt getan. Doch was kommt? Natürlich ein neues Paket mit Änderungen. Unerfreulich aber was soll‘s. Die Sache ist die, nun hatte sich der Chef der Firma in das Projekt eingeschaltet und nahm es sich gründlich vor.

Wie auch immer, der Zeitplan war dahin. Und obwohl weder nicht eingehaltene Termine, noch erhöhte Ausgaben beim Auftraggeber irgendwelche Fragen aufwarfen, er wusste ja, dass diese berechtigt waren, wollte ich dennoch diesen Fall mit euch teilen, denn es geht auch anders. Vielleicht hilft euch ja der ein oder andere Tipp in Zukunft sowas zu vermeiden.

Das Geheimnis ist, dass man niemals versuchen sollte ein vollkommenes, perfektes Produkt zu entwickeln. Ihr Ziel ist es ein Minimum Viable Product (MVP) zu entwickeln. So ein minimales Produkt muss zwingend folgende zwei Anforderungen erfüllen:

  • Es löst ein bestimmtes Problem und
  • Menschen sind bereit dafür zu zahlen

Laufen Sie vor der Versuchung weg im Planungs- und Entwicklungsprozess das Produkt zu “perfektionieren” und ständig durch neue Funktionen zu “vervollständigen”. Im schlimmsten Fall könnte es passieren, dass ihr Produkt nie fertig wird, sie aufhören daran zu glauben oder ihnen schlicht und ergreifend das Budget ausgeht.

Einfach gesprochen arbeiten Sie an einem City-Roller und bauen Sie ihn. Anschließend, wenn er fertig ist, bauen Sie ihn nach und nach zu einem Motorrad aus. An und für sich ist ein City-Roller schon von Anfang an zwar ein simples aber doch absolut legitimes Produkt! Veröffentlichen Sie dieses erste simple Produkt und verbessern Sie es im Prozess aus der Praxiserfahrung und dem Feedback. Denn wenn das Produkt in einer realen Umgebung verwendet wird besteht die Chance wirklich etwas Neues zu lernen und fundiertes Feedback von echten Nutzern zu bekommen. (Regel Nummer 1.: Hör auf die Kunden!). Alles anderen könnte Sie und ggfs. Ihre Kunden am Ende in ihren eigenen Erwartungen enttäuschen.

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Leontin
https://www.pivy.de
Mein Name ist Leontin Kremer und ich beschäftige mich mit Webdesign, Webentwicklung, SEO und Konzeption! Ich bin erreichbar unter lk@pivy.de